Windows XP-Modus: Die neue DOS-Box

Eine Überraschung im Oktober - so viele interpretieren die Enthüllung von Microsoft in der 11. Stunde, dass es eine virtualisierte Kopie von Windows XP als kostenloses Kompatibilitäts-Add-On für Windows 7 Professional, Ultimate und Enterprise Editionen bereitstellen wird.

Die Idee ist, potenzielle Upgrade-Zaunsitter dazu zu verleiten, den Sprung in Windows 7 zu wagen, indem sie auf eines der am häufigsten genannten Probleme mit dem Produkt eingehen: Es wird ältere Anwendungen aus der Windows XP-Ära zerstören. Und basierend auf der Menge an Begeisterung, die mit dieser unerwarteten neuen Funktion verbunden ist, scheint es, dass Microsoft mit seiner Ankündigung im Windows XP-Modus einen Homerun erreicht hat.

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Ich befürchte jedoch, dass ein Großteil dieser Aufregung zu Enttäuschungen führen wird, wenn IT-Shops allmählich verstehen, was der XP-Modus wirklich ist und wie begrenzt seine auf virtuellen PCs basierenden Grundlagen sein können. Einfach ausgedrückt ist der XP-Modus ein bisschen kludge, ein halb gebackenes, halb Maß einer Lösung, die aus verschiedenen unzusammenhängenden Microsoft-Technologien zusammengeschustert wurde. Im Vergleich zu Mac OS X, das eine der eleganteren Legacy-Kompatibilitätslösungen in Form der integrierten Anwendungsunterstützung für Mac OS 9 eingeführt hat, ist der XP-Modus von Windows 7 ausgesprochen wohnlich.

Bevor ich mich mit meinen Gründen für die Abneigung gegen den Windows XP-Modus befasse, kann es hilfreich sein, zunächst genau zu überprüfen, was es ist und wie es funktioniert. Einfach ausgedrückt ist der XP-Modus eine Image-Datei für eine virtuelle Maschine, die eine vollständig lizenzierte und aktivierte Kopie von Windows XP mit installiertem Service Pack 3 enthält. Das Image wird im VHD-Format (Virtual Hard Disk) von Microsoft geliefert und ist mit Windows Virtual PC 7, dem neuen hostbasierten Desktop-Virtualisierungstool des Unternehmens, kompatibel.

Virtueller PC zur Rettung

Windows Virtual PC 7 ist ein Update des anämischen Virtual PC 2007 des Unternehmens, ein Produkt, das ich vor mehr als einem Jahr in einem Vier-Wege-Shootout mit VMware Workstation, Parallels Workstation und VirtualBox verschoben habe. Die neue Version bietet dringend benötigte Unterstützung für USB-Geräte und bietet eine verbesserte Leistung und eine bessere Integration in Hardwareressourcen des Hostsystems, z. B. Smartcard-Lesegeräte.

Der Einstieg in den XP-Modus ist bemerkenswert einfach. Der erste Schritt besteht darin, Windows Virtual PC 7 zu installieren, indem Sie das entsprechende Windows Update-Paket von der Microsoft-Website herunterladen und ausführen. Als Nächstes installieren Sie das Virtual Windows XP-Paket, das die erforderlichen VHD-Komponenten kopiert und die VM bei Windows Virtual PC 7 registriert.

Sobald die Updates vorhanden sind (und der vorausgesetzte Windows-Neustartzyklus abgeschlossen ist), starten Sie Virtual Windows XP einfach über das Startmenü. Wenn Sie die VM zum ersten Mal starten, werden Ihnen einige grundlegende Fragen zur Windows XP-Konfiguration gestellt, z. B. zum Umgang mit automatischen Updates. Da Virtual Windows XP eine vollständige Installation von Windows XP in einem VM-Image kapselt, behält es seine eigenen, separaten systemweiten Konfigurations- und Verwaltungstools bei. Dazu gehören Windows Update, der Windows-Firewalldienst und zugehörige Ressourcen auf Betriebssystemebene. Beachten Sie dies, wenn Sie die Auswirkungen der Bereitstellung dieses Add-Ons auf Support und Wartung bewerten.

Wenn Sie die Fragen und Antworten zur Ersteinrichtung hinter sich haben, wird ein Fenster angezeigt, das eine Darstellung des virtualisierten Windows XP-Desktops enthält. Sie interagieren mit diesem Desktop wie mit jedem physischen Windows XP-System: Klicken Sie auf das Startmenü, um Anwendungen zu starten, auf den Windows Explorer zuzugreifen usw. Und dank der Magie des Remotedesktopprotokolls von Microsoft (ja, RDP - Sie sehen den virtualisierten Desktop tatsächlich so, als wäre es ein Remote-PC) werden viele Attribute der virtuellen Umgebung auf Ihren Windows 7-Host übertragen.

Anwendungen, die im Windows XP-Modus ausgeführt werden, wie z. B. die Instanz von Microsoft Word im Vordergrund, fügen sich nahezu nahtlos in den nativen Windows 7-Desktop ein. Ihnen fehlen stilistische Details und Aero-Effekte, die Windows 7 für native Apps wie die Instanz von Microsoft Word im Hintergrund bietet.