Open Source Portale

Die Unterstützung von Standards ist ein wichtiges Kriterium für die meisten Unternehmensentwicklungsprojekte. Im Bereich der Unternehmensportalserver bedeutet dies eine J2EE-kompatible Engine, die Standards wie Portlets (JSR 168) und WSRP (Web Services for Remote Portlets) unterstützt. Glücklicherweise gibt es in diesem Bereich eine ganze Reihe von Open-Source-Projekten, die miteinander konkurrieren.

Ein herausragendes Merkmal ist die eXo-Plattform. Dieses Projekt befindet sich bereits in der Produktionsphase als anpassbares Unternehmensportal und CMS. Der Portlet-Container ist gemäß JSR 168 zertifiziert und wurde um Caching-, Verbindungspooling- und Shared-Session-Funktionen erweitert. Das Portal selbst basiert auf der JavaServer Faces-Technologie (JSR 127) und bietet eine Model View Controller-Architektur. Die Software wird unter einer doppelten Lizenz bereitgestellt - sowohl kommerziell als auch GPL - und das eXo-Projektteam kann gegen eine Gebühr sowohl Online-Support als auch Schulungen vor Ort anbieten.

Ein weiterer Konkurrent ist Liferay Portal, das über ähnliche Funktionen wie eXo verfügt, einschließlich der Einhaltung von JSR 168 und WSRP. Anstelle von JavaServer Faces verwendet Liferay jedoch die ausgereifteren Struts and Tiles-Technologien. Es läuft auf einer Vielzahl von Anwendungsservern und Datenbanken und bietet Hooks für SSO-Funktionen (Single Sign-On), obwohl standardmäßig nur die SSO-Engine der Yale University unterstützt wird. Wie bei eXo erhalten die Liferay-Entwickler selbst professionellen Support, obwohl sich die Supportkosten schnell summieren können. Die Software selbst ist unter der MIT-Lizenz verfügbar, die der Apache-Lizenz ähnelt.

Die Apache Software Foundation interessiert sich seit langem für Portalsoftware und beherbergt derzeit eine Reihe von Projekten in diesem Bereich. Die Jetspeed-1-Software ist ein grundlegendes Portalsystem, das auf Technologien wie JSP und XML basiert. Jetspeed-2 ist komponentenbasierter und bietet einen moderneren, portletbasierten Ansatz. Apache bietet auch eine Referenzimplementierung eines Portlet-Containers namens Pluto. Alle sind unter der Apache-Lizenz verfügbar.

JBoss hat auch mit JBoss Portal, einem Teil des Java-Entwicklungsstapels für JEMS (JBoss Enterprise Middleware System) des Unternehmens, seinen Hut in den Ring geworfen. Dies ist ein weiterer JSR 168-kompatibler Portlet-Container, der Anpassungen über JavaServer Faces, MyFaces und Spring sowie zusätzliche Inhaltsverwaltung und -verwaltung bietet. Als "professionelles Open Source-Unternehmen" bietet JBoss neben professioneller Unterstützung, Beratung und Schulung sowohl GNU LGPL (Lesser General Public License) als auch kommerzielle Lizenzen an.

Schließlich ist GridSphere ein weiterer JSR 168-kompatibler portletbasierter Portalserver mit Unterstützung für JavaServer Faces. Ein bemerkenswertes Extra ist eine zusätzliche Portlet-API, die eine nahezu 100-prozentige IBM WebSphere-Kompatibilität beansprucht. Beratung, Schulung und Entwicklungsunterstützung werden von Gridwise Technologies angeboten. Die Software wird jedoch unter einer unabhängigen, nicht von OSI genehmigten GridSphere-Lizenz bereitgestellt.

Diese Liste bietet Ihnen eine Reihe von Optionen, und es stehen noch weitere Optionen zur Verfügung. Die Bestimmung, welches Projektangebot für Sie am besten geeignet ist, ist zweifellos ein Experimentierprozess.